FORSCHUNGSPROJEKT “SAVE OUR SURFACE”: POSTWACHSTUM BRAUCHT INNOVATION

München, Berlin, Wien und Klagenfurt, 30. Oktober 2012

Das vom Österreichischen Klima- und Energiefonds geföderte Forschungsprojekt “Save our Surface” untersuchte Voraussetzungen und Folgen vermehrter Biomassenutzung. Hintergrund sind zunehmende Landnutzungskonflikte. Nun liegt der Endbericht vor. “Mit ‘Save our Surface’ geht ein Projekt zu Ende, dessen Interdisziplinarität ihresgleichen sucht”, resümiert Projektkoordinator Mag. Andreas Exner von EB&P Umweltbüro GmbH.

Acht Projektpartner und weitere sechs MitarbeiterInnen aus Technik, Land- und Forstwirtschaft, Ökologie, Ökonomie und Sozialwissenschaft waren im Konsortium: energieautark consulting gmbh (Dr. Ernst Schriefl), TU Wien / Energy Economics Group (Dr. Gerald Kalt, Dr. Lukas Kranzl), LFZ Raumberg-Gumpenstein (Doz. Karl Buchgraber, Dr. Andreas Schaumberger), Karl-Franzens-Universität Graz / Wegener Center (Ass.-Prof. Andreas Gobiet, DI Thomas Mendlik, Michael Beham), Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (Dr. Werner Zittel), BOKU / Department für Wald- und Bodenwissenschaften (Prof. Manfred J. Lexer, DI Stefan Schöghuber, DI Werner Rammer, DI Georg Kindermann), Universität Klagenfurt / IFF / Institut für Soziale Ökologie (Mag. Christian Lauk); Prof. em. Peter Fleissner, Prof. em. Elmar Altvater, Dr. Margot Geiger, Dr. Günter Wind (pansol), Mag. Jakob Schaumberger, Mag. Franz Nahrada (Verein GIVE)

Der Kern von “Save our Surface” war die Modellierung der Bedingungen der Eigenversorgung Österreichs mit Nahrung und stofflich bzw. energetisch genutzter Biomasse bis 2050.  Eine derartige Eigenversorgung könnte möglich sein bei: zumindest konstant bleibenden Flächenerträgen, deutlicher Reduktion des Energie- und Stoffbedarfs sowie des Konsums von Tierprodukten. Gras/Stroh bzw. Holz müssten v.a. als biogene Rohstoffe verwendet werden.

Klimaschutz und die Verknappung bzw. Verteuerung fossiler Ressourcen (z.B. Peak Oil) erfordern eine weitreichende Umstellung der Ressourcen-Basis. Nicht-erneuerbare Ressourcen müssen eingespart werden. Technologien, die erneuerbare Ressourcen nutzen, sind auszubauen, die Biomassenutzung ist im Rahmen der biophysischen Möglichkeiten (unter der Prioritätenreihung Ernährung, Stoffe, Energie) zu gestalten. Der gesteigerte Anspruch an die Land- und Forstwirtschaft führt zu Flächennutzungskonkurrenzen. Klimawandel und Peak Oil könnten dies noch verschärfen.

Eine sozio-ökonomische Anpassung ist daher notwendig. Sie kann die Konkurrenz um Flächen zur Produktion biogener Kraftstoffe minimieren. Die dafür nötige drastische Reduktion von Energieverbrauch und wirtschaftlichem Output erfordert einen sozio-ökonomischen Strukturumbau: hin zu einer solidarischen Postwachstumsgesellschaft, den sektorale Maßnahmen unterstützen.

Eine solidarische Postwachstumsgesellschaft wird auf drei Ebenen vorangebracht: (1) Demokratische Krisenpläne zur unmittelbaren Abschwächung negativer Effekte von Peak Oil. (2) Sektorale Anpassungen und (3) der Strukturumbau der Ökonomie zu einer gemeingüterbasierten solidarischen Produktionsweise erlauben eine Wachstumsrücknahme. Dafür sind soziale Basisinnovationen wie Gemeingüter (Commons) oder Solidarische Ökonomien (Genossenschaften) wichtig.

Das Projekt hat eine Vielzahl an Publikationen hervorgebracht. 2013 erscheint “Land and Resource Scarcity” im Routledge-Verlag: http://www.routledge.com/books/details/9780415630610/

Die Teilberichte von “Save our Surface” zum Download: http://www.umweltbuero-klagenfurt.at/sos/?page_id=105 Der Endbericht wird hier bereit gestellt: http://www.klimafonds.gv.at/

Presserückfragen:Projektkoordinator Mag. Andreas Exner  Tel. +43 (0)699 15 16 61 48, e-mail: andreas.exner@umweltbuero.at

 

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